Das Min- Königreich ist das nördlichste der sechs und wohl auch das am stärksten Verwilderte. Von der Fläche her, steht das Min Königreich dem Kang Königreich um nichts nach; beide haben eine ungefähr gleich große Fläche, doch es leben deutlich weniger Menschen im Norden, als in den südlicheren Regionen. Die Hauptstadt Mingi ist die nördlichste Stadt auf dem gesamten Kontinent. Die Stadt liegt mitten im Cheongug- Gebirge und ist deshalb schwer zu erreichen. Den Namen Cheongug hat das Gebirge bekommen, weil es fast immer so aussieht, als würden die Berggipfel im Himmel verschwinden. Im nahem Umkreis der Hauptstadt gibt es keine größeren Städte, lediglich kleinere Dörfer, die vom Fischfang oder der Jagd leben. Im südlicheren Teil des Königreiches, wo die Gebirge dichten Wäldern weichen, sind die meisten großen Städte erbaut worden. Die Menschen dort leben hauptsächlich von der Jagd auf Wildtiere und der Arbeit mit Holz. Bekannt ist das Min- Königreich für die zähen, verbissenen Krieger, die es ausbildet und die in der Lage sind, bei jedem erdenklichen Wetter zu kämpfen. Im Süden grenzt das Königreich an das der Kang- Familie, im Südosten an das der Jung- Familie und im Westen an das Kim- Königreich.
Die Königsfamilie besteht nur noch aus zwei Mitgliedern, dem König selbst und seinem jüngsten Sohn, Min Yoongi. Die Königin ist bei der Geburt des Jüngsten gestorben und der ältere Bruder des Kronprinzen ist auf dem Schlachtfeld im Kampf gegen das Kim- Königreich vor vier Jahren zu Tode gekommen. Das Wappen der Königsfamilie zeigt zwei Drachen auf dunkelblauem Hintergrund; einen schwarzen, kaum sichtbaren und einen kleinen goldenen. Beide Drachen stehen für die zwei Söhne der Königsfamilie und die Hoffnung des Königs, dass sein Sohn einmal so werden könnte wie sein toter Bruder. Der schwarze Drache ist hierbei der Schatten des älteren Bruders.
Im Min- Königreich gilt keine direkte Glaubensfreiheit. Zwar ist es erlaubt, nicht an die Götter des Min- Königreichs zu glauben, eine andere Religion zu vertreten ist jedoch verboten.
In der Min- Religion existieren unzählige Götter mit verschiedenen Aufgaben, die von vielen nur die alten Götter genannt werden. Die meisten Namen der Götter sind unbekannt, doch für jede noch so kleine Handlung im Leben, existiert ein Gott. Sechs Götter sind die Hauptakteure, deren Namen und Aufgaben als Einzige noch bekannt sind und jedes Jahr im Abtand von zwei Monaten, an dem ersten Vollmond des Monats, gefeiert werden.
Im Februar wird der Vater aller Götter gefeiert: Sigan, der Gott der Zeit.
Im April wird seine Gemahlin die Göttin der Fruchtbarkeit und Schutzpatron der Frauen gefeiert; ihr Name ist Pasada.
Im Juni wird der Kriegsgott Nkhondo gefeiert, der für viele Krieger und auch die Königsfamilie selbst, der wichtigste Gott im Kreis der sechs darstellt.
Im August wird die Göttin der Jagd, Ahn, gefeiert. Da die meisten Menschen im Norden hauptsächlich von der Jagd auf Wildtiere leben, ist das das größte Fest im gesamten Jahr. In jedem Dorf werden Trommeln gespielt, Tiere als Opfergaben getöten und es wird viel getanzt.
Im Oktober wird der sogenannte "fremde Gott" gefeiert, von dem kein Name bekannt ist. Er ist der Hüter von Reisenden, aber auch der der Diebe und Banditen. Im Oktober wandern sehr viele Bauern in die Hauptstadt, um so den Schutz des "fremden Gottes" zu erhalten und ihm Ehre zu erweisen, denn dieser Gott wird nur in der Hauptstadt gefeiert.
Und im Dezember wird der Gott des Winters, der Kälte und des Schnees gefeiert: Neve. Da im Min- Königreich fast das ganze Jahr über Schnee liegt und die Temperaturen selten über 0 Grad klettern, wird angenommen, dass Neve, der mächtigste der sechs Götter ist und wird dementsprechend gefeiert. Im zu Ehren wird in jeder Stadt eine Figur errichtet, die laut Sagen und Überlieferungen, seiner Gestalt entspricht. Diese Figur aus Holz oder Reisig wird bemalt, es werden Opfer zu ihren Füßen hingelegt, bevor er verbrannt wird.